本当のことは誰にも言わない

書けるときは書きます

ドイツ語のお勉強(ニーチェ『善悪の彼岸』34)

テキストはProject GutenbergのJenseits von Gut und Böse

 2014/6/25追記

原文

34.

Auf welchen Standpunkt der Philosophie man sich heute auch stellen mag: von jeder Stelle aus gesehn ist die Irrthümlichkeit der Welt, in der wir zu leben glauben, das Sicherste und Festeste, dessen unser Auge noch habhaft werden kann: - wir finden Gründe über Gründe dafür, die uns zu Muthmaassungen über ein betrügerisches Princip im "Wesen der Dinge" verlocken möchten. Wer aber unser Denken selbst, also "den Geist" für die Falschheit der Welt verantwortlich macht - ein ehrenhafter Ausweg, den jeder bewusste oder unbewusste advocatus dei geht -: wer diese Welt, sammt Raum, Zeit, Gestalt, Bewegung, als falsch erschlossen nimmt: ein Solcher hätte mindestens guten Anlass, gegen alles Denken selbst endlich Misstrauen zu lernen: hätte es uns nicht bisher den allergrössten Schabernack gespielt? und welche Bürgschaft dafür gäbe es, dass es nicht fortführe, zu thun, was es immer gethan hat? In allem Ernste: die Unschuld der Denker hat etwas Rührendes und Ehrfurcht Einflössendes, welche ihnen erlaubt, sich auch heute noch vor das Bewusstsein hinzustellen, mit der Bitte, dass es ihnen ehrliche Antworten gebe: zum Beispiel ob es "real" sei, und warum es eigentlich die äussere Welt sich so entschlossen vom Halse halte, und was dergleichen Fragen mehr sind.Der Glaube an "unmittelbare Gewissheiten" ist eine moralische Naivetät, welche uns Philosophen Ehre macht: aber - wir sollen nun einmal nicht "nur moralische" Menschen sein! Von der Moral abgesehn, ist jener Glaube eine Dummheit, die uns wenig Ehre macht! Mag im bürgerlichen Leben das allzeit bereite Misstrauen als Zeichen des "schlechten Charakters" gelten und folglich unter die Unklugheiten gehören: hier unter uns, jenseits der bürgerlichen Welt und ihres Ja's und Nein's, - was sollte uns hindern, unklug zu sein und zu sagen: der Philosoph hat nachgerade ein Recht auf "schlechten Charakter", als das Wesen, welches bisher auf Erden immer am besten genarrt worden ist, - er hat heute die Pflicht zum Misstrauen, zum boshaftesten Schielen aus jedem Abgrunde des Verdachts heraus. - Man vergebe mir den Scherz dieser düsteren Fratze und Wendung: denn ich selbst gerade habe längst über Betrügen und Betrogenwerden anders denken, anders schätzen gelernt und halte mindestens ein paar Rippenstösse für die blinde Wuth bereit, mit der die Philosophen sich dagegen sträuben, betrogen zu werden. Warum nicht? Es ist nicht mehr als ein moralisches Vorurtheil, dass Wahrheit mehr werth ist als Schein; es ist sogar die schlechtest bewiesene Annahme, die es in der Welt giebt. Man gestehe sich doch so viel ein: es bestünde gar kein Leben, wenn nicht auf dem Grunde perspektivischer Schätzungen und Scheinbarkeiten; und wollte man, mit der tugendhaften Begeisterung und Tölpelei mancher Philosophen, die "scheinbare Welt" ganz abschlaffen, nun, gesetzt, ihr könntet das, - so bliebe mindestens dabei auch von eurer "Wahrheit" nichts mehr übrig! Ja, was zwingt uns überhaupt zur Annahme, dass es einen wesenhaften Gegensatz von "wahr" und "falsch" giebt? Genügt es nicht, Stufen der Scheinbarkeit anzunehmen und gleichsam hellere und dunklere Schatten und Gesammttöne des Scheins, - verschiedene valeurs, um die Sprache der Maler zu reden? Warum dürfte die Welt, die uns etwas angeht -, nicht eine Fiktion sein? Und wer da fragt: "aber zur Fiktion gehört ein Urheber?" - dürfte dem nicht rund geantwortet werden: Warum? Gehört dieses "Gehört" nicht vielleicht mit zur Fiktion? Ist es denn nicht erlaubt, gegen Subjekt, wie gegen Prädikat und Objekt, nachgerade ein Wenig ironisch zu sein? Dürfte sich der Philosoph nicht über die Gläubigkeit an die Grammatik erheben? Alle Achtung vor den Gouvernanten: aber wäre es nicht an der Zeit, dass die Philosophie dem Gouvernanten-Glauben absagte? –

試訳

34.

今日、人がどのような哲学の立場に立つとしても、あらゆる観点から見えるものは、われわれが生きていると信じている世界が誤りに充ちているということが、私たちが眼差しで何とか捉えられる最も確実で確かなことである―”物の本質”の偽りの原理について推測することに誘うような理由を次から次へとわれわれは見いだすのである。世界の虚偽に対する責任をわれわれの思考自身に、それゆえ”精神”に負わせる人は―意識的にせよ、無意識的にせよ、神を弁護する人advocatus deiが通る名誉ある抜け道なのである―空間、時間、形態、運動を含むこの世界を誤って推論されたものとして捉える人は、少なくともすべての思考自身に対する不信を学ぶきっかけを得ることになるだろう。今までこうしたことは途方もない悪ふざけしたのだろうか。ずっとやってきたことを引き継いでしないということに対して、どのような保証があるだろうか。大真面目に言って、思想家たちの無邪気さは何か感動的で、畏敬の念を抱かせるものがあり、それによって、誠実な答えが与えられるという願いをもちながら、彼らは何とか意識の前に立つことができるのである。たとえば、意識が”実在的”であるかどうかということものと、なぜ意識がそもそも外的世界自身を近づけないのかというものと、このような問いである。“直接的確実性”への信仰は、われわれ哲学者の栄誉となっている道徳的な愚直さである。しかし―われわれは再び”単に道徳的な”人間になるべきではないのである! 道徳を除けば、その信仰は愚かなことであり、ほとんど私たちの栄誉とはならないのである! 市民的生活では、いつでも不信感を抱いているというのは”悪い性格”のしるしとしてみなされており、それゆえ思慮が足らないことの一つである。ここ、われわれのもとでは、市民的世界とそのイエスとノーの彼岸では―思慮がなくし、次のように言うことを我々は妨げられるだろうwas sollte uns hindern, unklug zu sein und zu sagen。今まで地上から奪っておくのが最もよいということになっていた本質のように、哲学者は”悪い性格”に対する権利をしだいに持つようになる―不信感を抱くこと、疑念の奈落一つひとつに意地悪く覗き見ることが、今日、哲学者の義務なのである。―薄暗いこのしかめっ面と表現の冗談を許していただきたい。私自身とっくの昔に、騙すことと騙されることについて違った仕方で考え、違った仕方で価値評価することを学んできたのであり、und halte mindestens ein paar Rippenstösse für die blinde Wuth bereit, mit der die Philosophen sich dagegen sträuben, betrogen zu werden。なぜそうではないのか? それは、仮象より真理の方が価値あるものであるという、言わば、道徳的な先入見ではもはやない。それどころか、世界に存在するなかで、最も証明のない想定に過ぎない。しかし、人は自らそれほど多くのことを告白しているのである。価値評価や仮象性に基づかなければ、いかなる生も存在しないだろう。かなり数の哲学者たちの有徳な観劇と不器用な動作で、人が”仮象の世界”を完全になくしてしまおうと欲するならば、君たちにそれができると仮定するならば―少なくとも君たちの真理のうち残っているものは何もないだろう! “真”と”偽”の本質的な対立があると想定するように、一体何がわれわれに強制しているだろうか? 仮象のもろもろの段階を受け入れるだけで十分ではないのか、gleichsam hellere und dunklere Schatten und Gesammttöne des Scheins?―画家の言葉で言えば、異なる価値で? なぜ私たちに何かをせがんでいる世界が―フィクションであってはならないのだろうか? “しかしフィクションには著作者がいるのではないのか?”と問うものに対して、率直に”なぜ?”と答えてもよいのではないか? そのとき、述語と対象のように、主体に対して次第に数少ない者がイロニカルになるということは許されていないのだろうか? 哲学者は文法に対する信心深さを超越することはできないのだろうか? 女性家庭教師たちに敬意を表しよう。哲学が女性教師たる信仰を絶つべき時ではないだろうか?-

 

コメント

めちゃくちゃ長い。分からないところがかなりある。疲れた。