本当のことは誰にも言わない

書けるときは書きます

ドイツ語のお勉強(ニーチェ『善悪の彼岸』191)

テキストはProject Gutenberg

 

2014/7/2途中まで。

2014/7/10完成。

原文

Das alte theologische Problem von "Glauben" und "Wissen" - oder, deutlicher, von Instinkt und Vernunft - also die Frage, ob in Hinsicht auf Werthschätzung der Dinge der Instinkt mehr Autorität verdiene, als die Vernünftigkeit, welche nach Gründen, nach einem "Warum?", als nach Zweckmässigkeit und Nützlichkeit geschätzt und gehandelt wissen will, - es ist immer noch jenes alte moralische Problem, wie es zuerst in der Person des Sokrates auftrat und lange vor dem Christenthum schon die Geister gespaltet hat. Sokrates selbst hatte sich zwar mit dem Geschmack seines Talentes - dem eines überlegenen Dialektikers - zunächst auf Seiten der Vernunft gestellt; und in Wahrheit, was hat er sein Leben lang gethan, als über die linkische Unfähigkeit seiner vornehmen Athener zu lachen, welche Menschen des Instinktes waren gleich allen vornehmen Menschen und niemals genügend über die Gründe ihres Handelns Auskunft geben konnten? Zuletzt aber, im Stillen und Geheimen, lachte er auch über sich selbst: er fand bei sich, vor seinem feineren Gewissen und Selbstverhör, die gleiche Schwierigkeit und Unfähigkeit. Wozu aber, redete er sich zu, sich deshalb von den Instinkten lösen! Man muss ihnen und auch der Vernunft zum Recht verhelfen, - man muss den Instinkten folgen, aber die Vernunft überreden, ihnen dabei mit guten Gründen nachzuhelfen. Dies war die eigentliche Falschheit jenes grossen geheimnissreichen Ironikers; er brachte sein Gewissen dahin, sich mit einer Art Selbstüberlistung zufrieden zu geben: im Grunde hatte er das Irrationale im moralischen Urtheile durchschaut. - Plato, in solchen Dingen unschuldiger und ohne die Verschmitztheit des Plebejers, wollte mit Aufwand aller Kraft - der grössten Kraft, die bisher ein Philosoph aufzuwenden hatte! - sich beweisen, dass Vernunft und Instinkt von selbst auf Ein Ziel zugehen, auf das Gute, auf "Gott"; und seit Plato sind alle Theologen und Philosophen auf der gleichen Bahn, - das heisst, in Dingen der Moral hat bisher der Instinkt, oder wie die Christen es nennen, "der Glaube", oder wie ich es nenne, "die Heerde" gesiegt. Man müsse denn Descartes ausnehmen, den Vater des Rationalismus (und folglich Grossvater der Revolution), welcher der Vernunft allein Autorität zuerkannte: aber die Vernunft ist nur ein Werkzeug, und Descartes war oberflächlich.

 

試訳

“信”と”知”の古い神学的問題―あるいはもっとあからさまに、本能と理性の問題―つまり、物事の価値評価に関して、本能の方が理性に適うことよりいっそう権威に値するのではないかという問いである。理性に適うことは、根拠に応じて、”なぜ?”に応じて、目的適合性や有用性に応じてそうするときのように、価値評価され、処理されることを知るals die Vernünftigkeit, welche nach Gründen, nach einem "Warum?", als nach Zweckmässigkeit und Nützlichkeit geschätzt und gehandelt wissen will―それはまた常にあの古い道徳的な問題なのである。この問題はソクラテスという人物で登場し、キリスト教よりずっと前にずでに、精神を分裂させたのである。ソクラテスは、自ら、自分の才能の趣味で―優れた弁論家としての―最初、理性の側についたのである。真実を言えば、高貴なアテナイ人たちの無能さを笑うために生きたように思われるのだが、彼は自分の長い人生を何にしたのだろうか? 彼らアテナイ人はあらゆる高貴な人間と同じく本能の人間であったから、自分の行動の理由に関して十分な理由を与えることは決してできなかった。

しかし結局、静かで密かに、自ら自分自身を笑っていたのである。自らのうちに、自らの知と自己尋問に関して、同じ困難と無能を見出したからである。けれども、そのために、彼は本能から解放されるように自らを言い聞かせていたのであった! 本能と理性に権利を獲得させねばならない―本能に従いながらも、本能をよき理由で手助けするように理性を説得しなければならない。これがあの偉大で謎めいたアイロニストの本来の誤りであった。彼は自らの良心を一種の自己欺瞞によって満足させたのである。根本的には、非合理的なものを道徳的判断のうちに見抜いていた。―プラトンは、こうした物事に関して、無邪気に平民のいたずらっ気もなしに、全力で―一人の哲学者がこれまでそのことに関して費やした最大の力で!―次のようなことを証明しようとした。理性と本能は自ら一つの目標に向かっていくのであり、それは善であり、”神”である。そしてプラトン以来、すべての哲学者と神学者は同じ道にいるのである―つまり、道徳の事柄では、これまで本能が、あるいはクリスチャンが名付ける仕方では”信”、あるいは私が名付ける仕方では”畜群”が勝利したのである。そのとき、デカルトと合理主義の父たちを除外しなければならないだろう(それゆえ、革命の祖父たちも)。合理主義は理性にのみ権威を与えるからである。しかし、理性は一つの道具にすぎず、デカルトは浅かったのである。